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Kostenlose Photoshop-Alternative, mitgeschrieben von einer KI: Was PhotoCraft kann und was das für dein Geschäft heißt

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

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PhotoCraft ist ein kostenloser, quelloffener Nachbau von Photoshop. Die Firma ArtCraft hat ihn Anfang Oktober 2026 auf GitHub veröffentlicht, zusammen mit LightCraft, FilmCraft und weiteren Programmen. Im Änderungsverlauf steht immer wieder Claude als Mitautor, ein KI-Modell von Anthropic. Die Programme laufen auf Mac, Windows und Linux, ersetzen Photoshop im Profi-Alltag laut den Entwicklern aber noch nicht.

Grafik „Sieben Programme. Kostenlos.“ mit einem Screenshot der ArtCraft-Übersicht und den Namen PhotoCraft, LightCraft, FilmCraft, VectorCraft, PdfCraft, EffectCraft und DesignCraft
Die erste Welle: sieben Programme, erste Versionen seit dem 2. Oktober 2026. Grafik aus dem Video, Stand 10.10.2026. Am 13.10. listet die Seite dreizehn Programme.

Stand: 13. Oktober 2026. Alpha-Software, die sich fast täglich ändert. Keine Rechtsberatung.

Was ist Anfang Oktober passiert?

Photoshop. Lightroom. Premiere. Für diese Programme zahlen Kreative jeden Monat Geld an Adobe, viele seit Jahren. Und dann tauchen am 2. Oktober 2026 auf GitHub die ersten Versionen von Programmen auf, die genau so aussehen. Gleiche Menüs, gleiche Tastenkürzel. Kostenlos, offen für jeden.

Ich erzähl dir in Ruhe, was da los ist.

Hinter dem Projekt steht die Firma ArtCraft. Auf ihrer Seite getartcraft.com/apps nennt sie die Sammlung „Crafting Apps“. Jedes Programm ist von Grund auf in der Programmiersprache Rust geschrieben, der Code liegt komplett auf GitHub, unter den freien Lizenzen MIT und Apache 2.0. Die Lizenz erlaubt jedem, den Code zu nutzen, zu verändern und weiterzugeben.

Im Video spreche ich von sieben Programmen. So stand es am 10. Oktober auf der Seite. Drei Tage später, als ich diesen Artikel geschrieben habe, zählte dieselbe Seite schon dreizehn. Dazu gleich mehr, denn genau dieses Tempo ist der eigentliche Punkt.

Video: Jemand hat 7 Adobe-Programme mit KI nachgebaut. Kostenlos.

Welche Programme gibt es, und was sollen sie ersetzen?

PhotoCraft ist das Gegenstück zu Photoshop, LightCraft zu Lightroom, FilmCraft zu Premiere Pro. So beschreiben es die Entwickler selbst in ihren GitHub-Seiten. Bei PhotoCraft steht wörtlich „clean-room reimplementation of Adobe Photoshop“, also ein Nachbau ohne fremden Code.

Programm Wofür Vorbild laut Entwickler Stand am 13.10.2026
PhotoCraft Bildbearbeitung Photoshop Early alpha
LightCraft Fotos und Rohdaten Lightroom In development
FilmCraft Videoschnitt Premiere Pro In development
PdfCraft PDFs Acrobat Early alpha
VectorCraft, EffectCraft, DesignCraft Vektorgrafik, Animation, Layout weitere Adobe-Programme In development
FigCraft Oberflächen-Design ohne Vorbild auf der Seite genannt Early alpha
WordCraft, DeckCraft, GridCraft, CADCraft, SoundCraft Text, Präsentationen, Tabellen, CAD, Audio ohne Vorbild auf der Seite genannt In development

Die sechs Programme in den letzten beiden Zeilen standen am 10. Oktober noch nicht auf der Übersicht. Am 13. Oktober sind sie da, fünf davon mit dem Vermerk „In development“. Fast alle laufen zusätzlich im Browser. Die Seite listet zwölf der dreizehn Programme als WebAssembly-Version, nur FilmCraft fehlt.

Wie viel KI steckt in PhotoCraft?

Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich packt.

Wenn du in den Änderungsverlauf von PhotoCraft schaust, steht dort immer wieder derselbe Vermerk: „Co-authored-by: Claude Opus 5.5“. Claude ist ein KI-Modell von Anthropic. Am 10. Oktober trugen 76 der letzten 100 Änderungen diesen Mitautor. Am 13. Oktober habe ich nachgezählt und kam auf 42 von 100, inzwischen stehen dort auch viele Beiträge anderer GitHub-Nutzer.

Grafik „Der Mitautor im Änderungsverlauf“ mit 1.270 Änderungen an PhotoCraft und mehr als 1.700 automatischen Tests
Stand 10. Oktober: 1.270 Änderungen. Drei Tage später zeigt GitHub 2.151.

Mal in Zahlen. PhotoCraft hatte am 10. Oktober 1.270 Änderungen. Am 13. Oktober zeigt GitHub 2.151, dazu mehr als 1.700 automatische Tests, 67 Werkzeuge und rund 57.000 Sterne von Nutzern. Das Projekt ist seit dem 30. September 2026 auf GitHub angelegt.

So ein Tempo habe ich bei Software dieser Größe noch nie gesehen.

Eins will ich sauber auseinanderhalten. „Eine KI hat Photoshop programmiert“ wäre falsch. Belegt ist, dass Claude als Mitautor im Code steht. Hinter ArtCraft steht laut dem Fotografie-Magazin PhotographyTalk Brandon Thomas, früher Chef von Storyteller.ai und Ingenieur bei Square. Er sagt dort, er habe die Programme mit Hilfe des Modells Opus 5.5 geschrieben. Das Etikett „Vibe Coder“, also jemand, der eine KI einfach drauflos programmieren lässt, lehnt er ab. Er nennt sich einen Branchenveteranen mit rund zehn Jahren Rust-Erfahrung. Das sind seine Angaben gegenüber dem Magazin, geprüft habe ich sie nicht.

Was kostet Adobe, und was kosten die Nachbauten?

Photoshop kostet in Deutschland im Jahresabo mit monatlicher Abrechnung 25,99 Euro im Monat. Das ganze Paket Creative Cloud Pro liegt bei 77,99 Euro im Monat, beides inklusive Mehrwertsteuer, so steht es am 13. Oktober auf Adobes Preisseite. Adobe schreibt dort selbst von „über 7 Millionen Creative Cloud Pro-Abonnentinnen und Abonnenten“.

Grafik „Weniger Geld für Werkzeuge“ mit Photoshop für 25,99 Euro im Monat und dem ganzen Adobe-Paket für 77,99 Euro im Monat
Adobe-Preise Deutschland, Jahresabo, inklusive Mehrwertsteuer. Am 13.10.2026 erneut geprüft, unverändert.
Adobe ArtCraft
Bildbearbeitung Photoshop, 25,99 € im Monat PhotoCraft, 0 €
Komplettpaket Creative Cloud Pro, 77,99 € im Monat alle Crafting Apps, 0 €
Aufs Jahr gerechnet 311,88 € bzw. 935,88 € 0 €
Betriebssysteme (Bildbearbeitung) Photoshop: Windows, macOS PhotoCraft: macOS, Windows, Linux, Browser

Für eine Fotografin am Anfang, einen Schüler oder einen kleinen Verein sind 311,88 Euro im Jahr nur für Photoshop viel Geld. Das berührt mich, weil solche Programme das Leben von vielen Menschen leichter machen können.

Grafik „0 Euro kosten die sieben Apps“ mit den Kennzeichen macOS, Windows, Linux, „6 von 7 auch im Browser“ und „Lizenz MIT / Apache 2.0“
Download und Nutzung frei. Der Hinweis „6 von 7 im Browser“ gilt für den Stand vom 10. Oktober.

Läuft Photoshop auf Linux?

Nein. Adobes Systemanforderungen für Photoshop nennen nur Windows und macOS. PhotoCraft dagegen gibt es mit Installern für macOS, Windows und Linux, dazu als Browser-Version. Wer am Linux-Rechner arbeitet und Photoshop-Bedienung gewohnt ist, kann das jetzt ausprobieren. Ob es für die eigene Arbeit reicht, ist eine andere Frage.

Wie gut sind die Programme heute wirklich?

Ich will dabei ehrlich bleiben. Das ist eine frühe Testversion, und die Entwickler sagen das selbst sehr deutlich.

Im README von PhotoCraft steht, das Programm sei „not yet a Photoshop replacement for daily professional work“. Als größte Lücken nennen sie KI-Funktionen, 15 fehlende Werkzeuge, Tiefe bei Typografie und Profi-Abläufen sowie Plug-ins. Für LightCraft schätzen sie sich als Lightroom-Ersatz im Alltag auf rund 49 Prozent für typische Berufsfotografen und rund 64 Prozent für Gelegenheitsnutzer. Bei FilmCraft lautet die eigene Schätzung „Ready for real work: ~56%“.

Grafik „Frühe Testversion“: LightCraft erreicht als Alltagswerkzeug für typische Berufsfotografen etwa 49 Prozent, eigene Einschätzung der Entwickler
Die Entwickler bewerten sich selbst. Für Profis heißt das: noch nicht umsteigen.

Was jetzt schon funktioniert, ist für eine Alpha erstaunlich konkret. PhotoCraft öffnet echte Photoshop-Dateien mit allen Ebenen und speichert sie wieder. Laut README bleibt die Darstellung bei 307 von 309 Dateien eines öffentlichen Testsatzes gleich, wenn man sie öffnet und neu speichert. LightCraft liest Lightroom-Presets und XMP-Dateien.

Mein Rat, so wie im Video: Wenn du mit Photoshop oder Lightroom dein Geld verdienst, bleib bei deinem Werkzeug. Probier das hier nebenbei aus, und zwar mit Kopien deiner Dateien.

Was heißt „Clean Room“, und ist das erlaubt?

„Clean Room“ heißt hier: Die Entwickler bauen nur nach öffentlichen Spezifikationen und nach dem beobachteten Verhalten der Originale. Im README von PhotoCraft steht „No proprietary code, shaders or assets“, also kein fremder Code, keine fremden Grafiken. Das ist eine Selbstauskunft. Ob sie rechtlich in jedem Punkt hält, kann ich nicht beurteilen. PhotographyTalk weist auf mögliche Patentfragen hin. Das hier ist keine Rechtsberatung.

Wo lädst du PhotoCraft sicher herunter?

Die offizielle Seite ist getartcraft.com/apps. Von dort verlinken die Entwickler auf ihren GitHub-Bereich github.com/storytold, und die GitHub-Seiten verlinken zurück. Es gibt einen „ArtCraft Launcher“, der alle Programme installiert und aktuell hält, und für jedes Programm eigene Installer.

Nimm genau diese Adresse. Es gibt schon andere Seiten mit ähnlichen Namen, die von ArtCraft nirgends verlinkt werden. Ob die harmlos sind, weiß ich nicht. Ich würde dort nichts herunterladen.

Was hat das mit deinem Geschäft zu tun?

Warum erzähle ich dir das als Unternehmer und nicht als Fotograf?

Weil du hier siehst, wo künstliche Intelligenz gerade überall ankommt. Nicht nur bei Texten und Bildern. Jetzt auch bei kompletten Programmen, mit Ebenen, Masken und Videoschnitt. Und diese Programme lassen sich wiederum selbst von einer KI steuern: ArtCraft nennt das „Agent-ready“, jedes Programm hört auf Befehle über eine Kommandozeile, einen JSON-Kanal oder einen MCP-Server.

Auf Hacker News hat ein Nutzer, der dort als Entwickler des Projekts auftritt, unter dem Namen „echelon“ angekündigt: „I'm going to do Microsoft Office, AutoCAD, and Solidworks too.“ Dass „echelon“ Brandon Thomas ist, liegt nahe, offiziell bestätigt ist es nicht. Gut eine Woche später stehen auf der ArtCraft-Seite Programme für Textverarbeitung, Präsentationen, Tabellen und CAD, alle noch „In development“. Ein Teil der Ankündigung steht damit schon auf der Seite.

Für mich heißt das: Wer sein Geschäft nur auf einer Software baut, für die andere Miete zahlen, bekommt Konkurrenz. Von Leuten, die nachbauen und verschenken. Das trifft nicht nur Adobe. Es trifft jeden, dessen Angebot im Kern ein Werkzeug ist, das man kopieren kann.

Was kann eine KI nicht kopieren?

Grafik „Was eine KI nicht kopieren kann“ mit den drei Feldern Erfahrung, Vertrauen und Beziehung
Das, was bleibt, wenn sich Software in Wochen nachbauen lässt.

Deine Erfahrung. Das Vertrauen deiner Kunden. Die Beziehung zu ihnen. Keine dieser drei Sachen steht in einem GitHub-Verzeichnis, und keine lässt sich in einer Woche klonen.

Genau da würde ich jetzt investieren. Wenn du sehen willst, wie ich KI selbst im Alltag einsetze, steht das in meinem Artikel über meinen eigenen KI-Assistenten. Wie weit Agenten heute schon Arbeit abnehmen, beschreibe ich in KI-Agenten für Solo-Unternehmer. Und wer Software mit KI einsetzt, sollte die Regeln kennen, die seit 2024 in Kraft sind: der EU AI Act für Unternehmer erklärt.

Ich finde, wir erleben gerade etwas ganz Besonderes. Und wir stehen erst am Anfang.

Häufige Fragen

Ist PhotoCraft wirklich kostenlos?

+

Ja. ArtCraft schreibt auf der offiziellen Seite „free to use“, im Download-Bereich von PhotoCraft steht „Free for every platform above“. Der Code steht unter MIT und Apache 2.0. Du darfst ihn nutzen, verändern und weitergeben.

Kann PhotoCraft Photoshop-Dateien öffnen?

+

Ja, PhotoCraft öffnet, bearbeitet und speichert PSD-Dateien mit Ebenen. Laut den Entwicklern bleibt die Darstellung bei 307 von 309 Dateien eines öffentlichen Testsatzes nach dem Neuspeichern gleich. Die Dateien sind danach aber nicht Byte für Byte identisch. Arbeite deshalb immer mit Kopien.

Gibt es eine kostenlose Photoshop-Alternative für Linux?

+

PhotoCraft hat eigene Installer für Linux, dazu macOS, Windows und eine Browser-Version. Photoshop selbst bietet Adobe laut eigenen Systemanforderungen nur für Windows und macOS an. Bedenke, dass PhotoCraft eine frühe Testversion ist.

Hat eine KI PhotoCraft allein programmiert?

+

Nein, das ist nicht belegt. Belegt ist, dass Claude, ein KI-Modell von Anthropic, in vielen Änderungen als Mitautor steht, oft zusammen mit Menschen. Der Entwickler Brandon Thomas sagt laut PhotographyTalk, er habe mit Hilfe der KI geschrieben. Das Etikett „Vibe Coding“ lehnt er ab.

Wer steckt hinter ArtCraft?

+

Laut PhotographyTalk gründete Brandon Thomas die Firma ArtCraft vor knapp einem Jahr. Er war vorher Chef von Storyteller.ai und Ingenieur bei Square. Unabhängig geprüft habe ich das nicht. Die Kontaktadresse der ArtCraft-Seite gehört zu storyteller.ai.

Kann ich mit PhotoCraft schon professionell arbeiten?

+

Die Entwickler sagen nein. PhotoCraft sei noch kein Photoshop-Ersatz für die tägliche Profi-Arbeit. LightCraft sehen sie bei rund 49 Prozent für Berufsfotografen, FilmCraft bei rund 56 Prozent. Für Tests, Hobby und Lernen reicht es, für Kundenaufträge würde ich noch warten.

Wo lade ich PhotoCraft sicher herunter?

+

Nur über getartcraft.com/apps oder github.com/storytold. Beide Seiten verlinken sich gegenseitig. Andere Seiten mit ähnlichen Namen werden von ArtCraft nicht verlinkt. Vor dem Download lohnt ein Blick, ob die Adresse genau stimmt.

Du willst wissen, was das für dein Geschäft heißt?

Wenn du dir nach diesem Artikel die Frage stellst, welcher Teil deines Angebots kopierbar ist und welcher nicht, lass uns darüber reden. Buch dir einen Termin:

maikschwede.de/termin.
Maik Schwede

Maik Schwede

Unternehmer. Bei swing2sleep hat er eine Produktkategorie mit entwickelt, die inzwischen mehrere hunderttausend Familien erreicht hat. Heute arbeitet er als Sparringspartner für Unternehmer, die an einem Punkt stehen, an dem der nächste Schritt nicht offensichtlich ist.

Adobe, Photoshop, Lightroom und Premiere sind Marken von Adobe Inc. Dieser Artikel steht in keiner Verbindung zu Adobe oder ArtCraft. Stand 13.10.2026, die Programme ändern sich fast täglich. Keine Rechtsberatung.

Quellen

Alle Seiten am 13.10.2026 geöffnet und gelesen.

  1. ArtCraft, Crafting Apps (Übersicht, Lizenzen, Plattformen, „Agent-ready“, 13 Programme): https://getartcraft.com/apps
  2. ArtCraft, PhotoCraft-Seite (Download, „Free for every platform above“): https://getartcraft.com/apps/photocraft
  3. PhotoCraft auf GitHub (Status-Kasten, PSD 307 von 309, Clean Room, 1.700 Tests, 2.151 Commits, Sterne): https://github.com/storytold/photocraft
  4. PhotoCraft, Änderungsverlauf mit Claude als Mitautor: https://github.com/storytold/photocraft/commits
  5. LightCraft auf GitHub (rund 49 und 64 Prozent): https://github.com/storytold/lightcraft
  6. FilmCraft auf GitHub (Ready for real work rund 56 Prozent): https://github.com/storytold/filmcraft
  7. Adobe, Creative-Cloud-Preise Deutschland (25,99 € und 77,99 €, über 7 Millionen Abos): https://www.adobe.com/de/creativecloud/plans.html
  8. Adobe, Systemanforderungen Photoshop (nur Windows und macOS): https://helpx.adobe.com/photoshop/system-requirements.html
  9. Hacker News, Diskussion mit Kommentaren von „echelon“: https://news.ycombinator.com/item?id=49958850
  10. PhotographyTalk, „Free Adobe alternatives from ArtCraft“ (Brandon Thomas, Sekundärquelle): https://www.photographytalk.com/free-adobe-alternatives-artcraft/